Ambidextrie messen - Überblick

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Bewahren und Erkunden im Gleichgewicht


(1) Der ChirasIndex ist ein wissenschaftlich abgesichertes Instrument zur Erfassung der organisationalen Ambidextrie.

(2) Ambidextrie meint das für Unternehmen notwendige Gleichgewicht zwischen dem Erhalten des Bewährten und dem Erkunden neuer Wege – zwei eigentlich widersprüchliche Abläufe.

(3) Das Instrument vergleicht eine Analyse der Ist-Situation mit einem für das Unternehmen wünschenswerten Soll-Zustand. Aus dem Kontrast entsteht ein Steuerungsinstrument für organisationale Veränderung.

(4) Der ChirasIndex erfasst alle Unternehmensbereiche und bietet so die Möglichkeit der Beteiligung von Mitarbeitenden an der strategischen Ausrichtung des Unternehmens.

Hintergrund

Lange Zeit war es möglich, sich vor allem auf das Bewahren (Produkt nach Plan herstellen, Prozesse optimieren, Produkt vertreiben) zu konzentrieren und das Erkunden (also Erarbeiten neuer Produkte und Dienstleistungen) nur zeitlich begrenzt  in den Vordergrund zu stellen – nämlich so lange, bis ein neues Produkt „erfunden“ war.

Produktzyklus

 

Technische und gesellschaftliche Veränderungen (Digitalisierung, VUCA, KI, New Work, etc.) verändern die Welt: Die Produktzyklen sind kürzer geworden und Unternehmen müssen Prinzipien von Bewahren und Erkunden parallel verfolgen, um am Markt dauerhaft  bestehen zu können.

 

  • Mit dem ChirasIndex haben Sie ein Steuerungsinstrument für organisationale Ambidextrie in der Hand.
  • Sie können strategische Entscheidungen mit Kennzahlen absichern.
  • Sie können direkt Maßnahmen ableiten und deren Erfolg überprüfen.

Das Ergebnis: Entscheidungs- und Handlungsfähigkeit in komplexen Zeiten.

Unsere Lösung

Das Konzept der Ambidextrie bietet einen hervorragenden Rahmen, um die Anforderungen an Unternehmen zu steuern. Das Ziel ist eine unternehmensbezogene Balance aus beiden notwendigen Bemühungen:

 

Bewahren, worin wir gut sind (und darin stets besser werden)

Neue Wege erkunden, mit denen wir uns an die Veränderungen der Welt anpassen

Ablauf

Planung

  • Sicherung des Datenschutzes und der Vertraulichkeit
  • Planung des Zeitverlaufs für die Erhebung
  • Zuschnitt von sinnvollen Gruppen und Funktionen
  • Festlegung der soziodemografischen Merkmale, die erhoben werden sollen

Vorab­kommuni­kation

  • Motivation: Beteiligung an strategischer Ausrichtung des Unternehmens
  • Unterstützung durch Kommunikationsvorlagen, in denen das Tool, das Ziel und das Vorgehen erläutert werden

Analyse

  • ca. 25 Minuten Bearbeitungszeit
  • Anschließend statistische Auswertung

Aus­wertung

  • ersten Vorschlag aufgrund der erhobenen Daten
  • Vorschlag für mögliche Priorisierung
  • Detaillierung in einem gemeinsamen Workshop

Erfolgs­über­prüfung

  • Wiederholte Ist-Analyse
  • Bewertung der Maßnahmen
  • ggf. Nachsteuerung

Ergebnis

In der Auswertung wird grafisch und anhand von Kennzahlen dargestellt, wie stark bewahrend oder erkundend in den jeweiligen Unternehmensbereichen gearbeitet wird (Ist-Analyse) und ob dies einem sinnvollen Vorgehen für das Unternehmen entspricht (Soll-Analyse):

  • In der Auswertung kann sowohl zwischen verschiedenen Unternehmensbereichen (Abteilungen, Teams) wie auch zwischen unterschiedlichen Funktionsgruppen (Führungskräfte, Projektleiter, Werker) unterschieden werden.
  • Im Rahmen einer individuellen Vereinbarung erlaubt die Erhebung geeigneter soziodemografischer Merkmale wie z. B. Dauer der Zugehörigkeit zum Unternehmen, Berufserfahrung, etc. weitere Erkenntnisse.
  • Mit einer erneuten Überprüfung kann der Erfolg einzelner Maßnahmen erhoben und ggf. nachgesteuert werden.

Ergebnis der Ist-Analyse

 

Ergebnis der Soll-Analyse

 

Wissenschaftlicher Hintergrund

Der ChirasIndex basiert auf dem wissenschaftlich etablierten Konzept der organisationalen Ambidextrie („Beidhändigkeit“, Duncan 1976). Die beiden „Hände“ heißen Exploit- und Explore-Modus. Im Exploit-Modus liegt der Fokus auf dem Bewahren und Optimieren des Vorhandenen. Im Explore-Modus liegt der Fokus auf dem Erkunden neuer Optionen und Möglichkeiten. Üblicherweise tendieren länger bestehende Unternehmen eher zum Exploit-Modus, Start-Ups laufen eher im Explore-Modus (Exploration/Exploitation-Trade-Off, March, 1991).

Um in der Komplexität der heutigen Zeit zu bestehen, ist ein Gleichgewicht beider Modi nötig (Dixon, Meyer & Day, 2007; He & Wong, 2004; Lavie, Stettner & Tushman, 2010; Raisch, Birkinshaw, Probst & Tushman, 2009), wobei die Schwierigkeit für Unternehmen darin besteht, beide Modi in annähernd gleicher Intensität zu verfolgen (Argyris, 1977; Auh & Menguc, 2005; Benner & Tushman, 2003; Bierly et al., 2009; Brady, 2004; Burpitt, 2009; Crossan et al., 1999; Kauppila, 2010; Kim & Rhee, 2009), denn: Beide Modi sind gegensätzlich angelegt in ihren Voraussetzungen, Grundannahmen, Werkzeugen und Zielsetzungen (March, 1991). Dies ist auch der Grund, warum Unternehmen sich mit einer Balance so schwertun - darüber hinaus ist ein "Richtungswechsel" füreine ganze Organisation ein schwieriges Unterfangen.

Beispiel: Im Explore-Umfeld wird ausprobiert, getüftelt, geprobt, getestet, verworfen, neu ausprobiert – Fehler sind ein völlig normaler Teil des Prozesses und die Kunst ist, aus jedem Fehler zu lernen. Eine Führungskraft tut gut daran, Fehler nicht zu verdammen, sondern möglichst konstruktiv und offen zu besprechen.

In einer Exploit-Umgebung (wie sie z. B. eine Fertigungsstrecke ist, ist die Lösung – nämlich die annähernd optimale Gestaltung der Abläufe und Prozesse – schon gefunden. Ein Fehler ist eine Abweichung von diesem Ablauf, er kostet Zeit und Geld und ist zu vermeiden. Eine Führungskraft hat in diesem Fall die Aufgabe, die Ursache für den Fehler möglichst schnell zu beseitigen und dafür zu sorgen, dass er nicht mehr auftritt.

 

Der Index wurde auf der Basis eines Konzepts aus der Organisationspsychologie entwickelt (Dissertation, Töpfer, im Druck) und anschließend im Rahmen eines mehrstufigen Verfahrens verfeinert und in Hinblick auf seine Reliabilität geprüft.

  1. Zunächst wurde eine Expertengruppe damit beauftragt, den ersten Entwurf des Instruments hinsichtlich der Praxistauglichkeit zu prüfen.
  2. Die darauf folgende Vorstudie hatte zum Ziel, das Instrument in der Praxis zu testen und es weiterzuentwickeln. Nach der Vorstudie wurden einzelne Fragen geschärft und irrelevante Fragen eliminiert.
  3. In der Hauptstudie wurde das verbesserte Instrument erneut getestet und anhand der einschlägigen statistischen Gütekriterien validiert.